Mechanik

Warum ist Design Thinking kein Hokuspokus? Nicht alles an Design Thinking ist neu. Bereits 1690, dreihundert Jahre vor David M. Kelley, untersuchte John Locke in seinem Essay zum menschlichen Verstand die Gegebenheiten hinter den modernen Schlagworten „Empathize, Define, Ideate, Prototype and Test“ philosophisch. Locke zufolge lernen wir beim Tun oder Ausprobieren (Action), da wir durch Überlegen (Reflection) aus Erfahrungen (Sensation) Erkenntnisse (Perception) gewinnen, die uns helfen besser zu handeln (Changed Action). Design Thinking bedient sich dieser Mechanik mit einem kleinen Unterschied: Der Designer lernt meist im Auftrag eines anderen Handelnden und bedient sich erprobter Techniken. Der Designer beginnt damit, sich in den Handelnden hineinzuversetzen und sich in ihn hineinzufühlen (Empathize ~ Action + Sensation). Das führt bei ihm zu Erkenntnissen (Define ~ Reflection), die ihm neuen Handlungs- bzw. Gestaltungsspielraum eröffnen (Ideate ~ Reflection), indem er durch Ausprobieren (Prototype ~ Perception) neue Erfahrungen (Test ~ Changed Action) sammelt.

David M. Kelley hat mit Design Thinking das Schweizer Taschenmesser des Konkreten, Greifbaren und Praktischen erfunden. Dass wir uns beim Schneiden wehtun können, dem sind wir uns spätestens seit John Locke bewusst.

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